Die Stiftung für humanitäre Entwicklung Paulo Freire in Ecuador entstand 2005 mit dem Ziel, eine sozial-pädagogische Arbeit besonders zugunsten der kleinen Randbezirke der Umgebung und der Stadt von Babahoya in der Provinz "Los Ríos" zu leisten.
Die erzieherischen Tätigkeiten der beiden Institutionen basieren auf einer alternativen erzieherischen Praxis, die die Kinder in das Zentrum eines erzieherischen Prozesses rückt, welcher wiederum dazu beiträgt, sie zu gerechten und besonnenen Bürgern zu formen; mit der Bereitschaft Kompromisse einzugehen, einhergehend mit der persönlichen, familiären und gemeinschaftlichen Entwicklung.
Die ehemalige Stadt Babahoya befand sich auf der rechten Seite des Flusses San Pablo. Am 30. März 1867, während der Präsidentschaft von Jerónimo Carrión, verwüstete ein verheerendes Feuer die Stadt. Daraufhin veranlasste die Regierung den Wiederaufbau der Stadt auf dem Land der Hacienda La Elvira. Noch zwei Jahre nach dem Brand arbeiteten die öffentlichen Behörden von ihrem Standort der ehemaligen Stadt aus.
Am 30. September 1948 ernannte das Parlament Babahoya endgültig zur Hauptstadt der Provinz Los Ríos, welche bisher nur provisorisch die Hauptstadt war, seitdem García Moreno die Provinz Los Ríos am 6. Oktober 1860 gründete.
Die Stadt Babahoya befindet sich 340 km von Quito, der Hauptstadt Ecuadors, entfernt. Die Bevölkerung von Babahoya betrug im Jahre 2001 76.869 Einwohner, was 58% der 132.834 Bewohner der Provinz Los Ríos darstellt. Der Großteil der Bevölkerung ist sehr jung, zwischen 15 und 29 Jahren. Einige der Kinder und Jugendlichen dieses Gebiets sehen sich verpflichtet zu arbeiten, um weiterhin zur Schule gehen zu können.
Trotz der natürlichen Ressourcen der Provinz und einem Wirtschaftswachstum von 2,1%, vor allem durch die Landwirtschaft und die Viehzucht, konzentriert sich der Reichtum in nur wenigen Händen. Dies verursacht eine große Armut, die sichtbar wird durch die hohe Arbeitslosenrate der Väter und Mütter.
Die hohe Analphabetismusrate, die 8,4% übersteigt, eine hohe Anzahl an Schulabbrechern und der Mangel an didaktischem Lehrmaterial in den Schulen, ebenso wie die niedrigen Löhne führen zu einer großen Demotivation und geringem Selbstwertgefühl unter den Erziehern.
Die Fundación Paulo Freire versucht zusammen mit der Unterstützung der Paten von Comparte gegenüber dieser Realität eine qualitative Bildung anzubieten, um so die soziale Situation im Lande zu verbessern. Die Väter und Mütter fordern eine bessere Ausbildung für ihre Kinder. Sie sind unzufrieden mit dem traditionellen Schulsystem, da der Staat nur ein Minimum an schulischer Ausbildung anbietet.
Obwohl die finanziellen Möglichkeiten der Eltern gering sind, steuern sie nach Möglichkeit einen Teil zum Unterhalt der Schulen bei. Der Anlass dieser Elternbeteiligung liegt in der hohen Wertschätzung und Mitverantwortung, eine Verbesserung der erzieherischen Qualität zu erreichen.
Fakten 2006
Kinder mit Pate: 188 Kinder
Kinder, die von den Aktivitäten von Fundación Paulo Freire profitieren: 500 Kinder
Kinder, die dringend eine Patenschaft benötigen: 40 Kinder
Die wichtigsten Aktivitäten
Die Fundación Paulo Freire unterhält zwei Schulen, die Primärschule „Las Mercedes“, die sich 125 Kindern zwischen 5 und 14 Jahren widmet, und das Zentrum für kindliche Entwicklung „Mundo de Fantasías“, wo 65 Kinder im Alter von 6 Monaten bis 5 Jahre betreut werden.
Diese beiden Schulen arbeiten mit den Jungen und Mädchen der Randbezirke 4 de Mayo, Lucha Obrera, Nueva Ventura, Muñoz Rubio und 1 de Diciembre, außerdem kommen auch Kinder des Stadtzentrums und angrenzender Stadtviertel hierher.
65% der Bevölkerung in Ecuador sind von der Armut betroffen.
70% der 4.800.000 Kinder leben in Verhältnissen extremer Armut. Die Hälfte der Armen sind jünger als 18 Jahre. Die Hälfte der Todesfälle von Kindern unter 5 Jahren in Ecuador resultieren aus Armut und dem Ausschluss aus der Gesellschaft. Jedes fünfte Kind leidet an Unterernährung.
Im Schulbereich beenden 3 von 10 Jungen und Mädchen nicht die Primärschule, und nur 4 von 10 Jugendlichen erreichen die zehnjährige Grundausbildung. 9 von 10 Kindern unter 6 Jahren haben keinen Zugang zu einer Vorschule oder täglicher Betreuung.
2 Millionen der 13 Millionen Ecuadorianer leben außerhalb des Landes, was dazu führt, dass Auslandsüberweisungen die zweitwichtigste Einnahmequelle des Landes darstellen. Dieser Erlös ist nicht etwa einer staatlichen Entwicklungspolitik zu verdanken, sondern allein durch die Anstrengungen der Bevölkerung. Langfristig wird diese Einnahmequelle jedoch noch mehr Armut bringen, da diese Emigranten in der Regel nach einer gewissen Zeit wieder zu ihren Familien zurückkehren und somit kein Geld mehr schicken. Sie bereichern mit ihren Konsumausgaben die schon wohlhabenden Länder, in denen sie zeitweise arbeiten.
Die Emigration bringt noch mehr Probleme mit sich, die keineswegs weniger gravierend sind. Ein Beispiel ist der Zerfall von Familien, welcher vor allem die Jüngsten betrifft, die zulasten der Familienangehörigen bleiben müssen oder der Mangel an ausgebildeten Arbeitskräften im eigenen Land. Viele der Ecuadorianer sind Ingenieure, Anwälte und Mediziner, die im besten Fall im Ausland als Kassierer, Verkäufer oder als Pagen in Hotels arbeiten, wenn sie nicht als Scheibenputzer oder Papiersammler enden.
Wie kontaktiere ich die Fundación Paulo Freire?
Verantwortlicher für Patenschaften in Babahoyo, Ecuador: Oscar Aguilar. Fundación
Paulo Freire, 1,5 km auf Straße nach Montalvo (neben PMT). Babahoyo, Ecuador.
